Lichteln

Zeichnung eines brennenden Teelichts als Symbol für Lichteln

„Hä, was ist denn Lichteln?“ denkst du jetzt vielleicht. Und was soll das mit mir oder dir zu tun haben? Und warum schreibt die eigentlich gerade jetzt darüber?

Nun, ich bin am Fuße des Erzgebirges aufgewachsen – dort gibt es den Brauch zu Lichteln in der Advents- und Weihnachtszeit. Deshalb schreibe ich hier pünktlich zum Ersten Advent darüber, damit du es – falls es dich ebenso anspricht wie mich – gleich ausprobieren und während der gesamten Advents- und Weihnachtszeit voll auskosten kannst.

Was ist Lichteln?

Laut Duden bzw. Digitalem Wörterbuch der deutschen Sprache DWDS bedeutet das Wort „Lichteln“ schlicht „Kerzen brennen lassen“.

Es ist nicht nur ein Wort, sondern auch ein alter Brauch aus dem Erzgebirge. Das Wort „Licht“ bedeutet im Erzgebirge auch „Kerze“.
Und das Wort „Lichteln“ ist meiner Ansicht nach so viel mehr als Kerzen anzuzünden und herunterbrennen lassen:

Während der Advents- und Weihnachtszeit nachmittags oder abends, wenn es schon dunkel ist, mehrere Kerzen anzünden, vielleicht auch ein Räucherkerzchen in meinem Räucherhaus, und dabei weihnachtliche Musik hören. Noch schöner ist Lichteln, wenn wir Weihnachtslieder singen und selbst für musikalische Begleitung sorgen. Dazu wird meist Tee oder Kaffee getrunken und Stollen oder Plätzchen gegessen.

Wichtig dabei ist, dass Fernseher und elektrisches Licht (also auch die elektrischen Lichterketten) ausgeschaltet sind. Denn wenn die an sind, funktioniert es nicht.

Warum Lichteln?

Ganz einfach: weil es Balsam für die Seele ist. Die Alten wussten das. Und haben pünktlich zum Ersten Advent ihre Lichter, Verzeihung: Kerzen herausgeholt, ihre Pyramide und Räuchermännln aufgestellt und ihr Wohnzimmer adventlich geschmückt.

Als Kind habe ich immer gerne mit gelichtelt, denn schon damals habe ich gespürt, wie ich beim Lichteln innerlich zur Ruhe gekommen bin. Damals haben wir uns jedes Jahr bei einer Freundin meiner Eltern zum Adventssingen bei Kerzenschein getroffen.

Meine erzgebirgische Leuchterspinne in vollem Lichterglanz
Meine erzgebirgische Leuchterspinne in vollem Lichterglanz

Lichteln hat mich und meine ganze Familie schon oft durch die dunkle und hektische Vorweihnachtszeit getragen.

Probier’s doch auch mal aus! Schau in die Kerzenflammen und lass dabei die Seele baumeln. Das hat was meditatives und eignet sich hervorragend dazu, etwas zur Ruhe zu kommen.

Meine Playlist zum Lichteln

Die weihnachtlichen Songs, die vor Weihnachten im Radio rauf und runter gespielt werden, höre ich zwar auch ganz gerne, aber zum Lichteln sind sie meiner Meinung nach nicht geeignet. Zum Lichteln mag ich eher traditionelle Musik.

Das Album „In adventu domini“ vom a-cappella ensemble amarcord aus Leipzig ist seit Jahrzehnten mein absoluter Favorit zum Entschleunigen im Advent. Hier ein Lied von ihnen als Kostprobe (mit einem Klick aufs Bild erklärst du dich damit einverstanden, dass ein Video von YouTube geladen wird und deine Daten an YouTube übermittelt werden können. Mehr dazu erfährst du in meinen Datenschutzbestimmungen):

Weihnachten selbst geht bei mir nicht ohne BWV248 (Bachs Weihnachtsoratorium).

Lichteln im Ratgeber „Mein Krisen-Set“

Übrigens, Lichteln ist auch Bestandteil von Mein Krisen-Set. Zugegeben: dort ist es nur eine Sparversion, aber du findest es auch in meinem Ratgeber. Glaubste nicht? – Dann bestelle ihn mit einem Klick unten und schau nach auf Seite 46/47!

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